Eklektizismus

Eklektiker wählen aus den vorhandenen philosophischen Systemen einzelne Gedanken aus und bilden daraus ihre eigene Theorie. Dabei wird ihnen dann häufig von den Vertretern dieser philosophischen Systeme Inkonsequenz und/oder geistiger Diebstahl vorgeworfen. Lenin war mit dem Vorwurf des Eklektizismus immer sehr schnell bei der Hand, wenn es darum ging, Andersdenkende in der Arbeiterbewegung anzugreifen.

Der Grieche und Vorsokratiker  Empedokles, der ca. um 490 v. u. Z. lebte, gilt als frühester Eklektiker.

Der römische Politiker und Rhetoriker Cicero (106 - 43 v. u. Z.) gilt als Hauptvertreter des Römischen Eklektizismus. Auf Grundlage eines weltmännischen Skeptizismus fließen bei ihm Gedanken der verschiedenen Systeme zusammen. Sprüche: "Es gibt nichts, was nicht absurd genug wäre, als daß es nicht schon irgendein Philosoph behauptet hätte." Ubi bene, ibi patria. Cicero bei wikipedia.

Der Jude Philon (25 v. u. Z. - 50 u. Z.) repräsentiert den Alexandrinischen Eklektizismus. Die  helenisierten Juden der Antike gingen davon aus, daß die alten Griechen die Bücher Moses kannten und deshalb dazu in der Lage waren, ihre Philosophie zu entwickeln. [Ha, ha!] Um das alte Testament mit den Erkenntnissen der helenischen Phi-losophie in Einklang zu bringen, gingen sie dazu über, es nicht mehr wörtlich zu nehmen. [Das ist dann wohl auch nicht zu umgehen.] Neben der griechischen Philosophie und der allegorisch ausgelegten Schrift erblickte Philon eine dritte Quelle der Erkenntnis in der von Gott kommenden inneren Erleuchtung. (Intuition) Der Gott Philons ist von dem des Alten Testaments weit entfernt. Er ist das schlechthin Unbestimmbare und Unerkenn-bare. ( Negative Theologie) Gott habe sich bei der Durchsetzung seines Willens gegenüber der Materie Werkzeugen bedient, die mit ihrem wahren Namen  "Ideen" hießen. Philon gilt auch als Vorläufer des Neuplatonismus. (Siehe auch  Maimonides.)


Zur philolex-Startseite


Copyright © by Peter Möller, Berlin.