Galileo Galilei (1564 - 1642) ist der eigentliche Ahnherr der modernen Naturwissenschaft. Er hat vor allem die Grundlagen der Mechanik geschaffen.
Andere Fragestellung: Aristoteles hatte gefragt: "Warum fallen die Körper?" (Und er hatte ungefähr geantwortet, weil die Körper ihrem Wesen nach schwer seien und ihren natürli-chen Ort in der Mitte des Weltalls suchten). Galilei fragt: "Wie fallen die Körper?" Um dieses zu klären hat er in Gedanken den Fallvorgang in verschiedene quantitativ meßbare Faktoren zerlegt: Fallstrecke, Fallzeit, eventuelle Hindernisse usw. Das auf diese Weise gefundene Ergebnis ist ein Naturgesetz, eine mathematische Formel.
Die Beschränkung auf das "Wie" eines Naturvorganges unter Absehung des "Warums" und des "Wesens" ist philosophisch gesehen ein Verzicht. Dieser Verzicht ist aber die Voraussetzung gewesen, für die gewaltigen Fortschritte in Naturwissenschaft und Tech-nik.
[Hier liegt aber auch einer der Gründe dafür, weshalb solche naturwissenschaftliche Sätze nicht das Sein schlechthin erklären. Viele Naturwissenschaftler in den späteren Jahrhunderten haben sich auch nicht mit dem "Wie" zufrieden gegeben, sondern haben versucht mit naturwissenschaftlichen Methoden auch das "Warum" zu beantworten. Was viele aber nicht merkten bzw. nicht wahrhaben wollten, ist, daß sie mit naturwissen-schaftlichen Methoden spekulierten, also letztlich Metaphysik betrieben.]
Mathematik: Das große Buch der Natur liege aufgeschlagen vor uns. Um es lesen zu können, bedürften wir der Mathematik, denn es sei in mathematischer Sprache geschrie-ben.
Meßbar: Die Naturvorgänge seien quantitativ und damit meßbar. Wo das nicht ohne weiteres der Fall sei, müsse die Wissenschaft die Anordnung des Experiments so treffen, daß sie meßbar gemacht werden.
Und sie bewegt sich doch: Sein Eintreten für das kopernikanische Weltbild brachte Galilei in Konflikt mit der Inquisition. Schon ein alter Mann wurde er unter Androhung der Folter zum Widerruf gezwungen. Seine letzten Worte (nach dem Widerruf) waren: "Und sie bewegt sich doch!" (Die Erde)