Verstand

Verstand bedeutet umgangssprachlich die Fähigkeit zu denken (Genaueres dort). Worte wie Verstand, Vernunft und Denken werden synonym verwendet. Für den Alltagsgebrauch reicht das.

In der Philosophie wird zwischen Wahrnehmung (siehe auch Empirie, Perzeption), Verstand (siehe auch Apperzeption, ratio, Rationalismus) und Vernunft (siehe auch intellectus) als verschiedene sich (notwendig) ergänzende menschliche Erkenntnisformen unterschieden

Die Tätigkeit des Verstandes besteht im  begrifflichen und diskusiven, schrittweisen Erkennen (im Gegensatz zur Intuition), das nicht von Interessen und Emotionen getrübt wird (bzw. sein sollte) und die Lösung von theoretischen und praktischen Problemen zum Ziel hat.

Nach  Aristoteles braucht das verstandesmäßige schrittweise Denken Vorausset-zungen, die selbst nicht Ergebnis von verstandesmäßigem schrittweisem Denken sein können.

In der philosophischen Tradition steht seit Kant (besonders im deutschen Sprachraum) Verstand zwischen Wahrnehmung und Vernunft. Die Wahrnehmungen liefern dem Verstand das Material, ohne das er nicht tätig werden könnte und die Vernunft gibt eine Rahmen vor (Prinzipien und Axiome ), innerhalb dessen der Verstand arbeitet.

Fichte, Schelling und Hegel haben die Trennung von Verstand und Vernunft wieder aufgegeben und sahen im Verstand einen Teil der Vernunft.


Kommentare anderer Autorenen zum Verstand

"Nichts ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder, der gefragt wird, behauptet, genug davon zu haben." (Frei nach Descartes - "Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben."
Diskurs über die Methode, §1-1)

John Dewey: "Skepsis ist das Zeichen - und sogar die Pose - des gebildeten Verstan-des."

Galileo Galilei: "Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen."

Franz Grillparzer: "Der Verstand und die Fähigkeit ihn zu gebrauchen, sind zweierlei Fähigkeiten."

Lichtenberg: "Der Mann hatte so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war."

Schopenhauer: "Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand."


Verstand im Internet:

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