"Wir sind alle nur vorläufig.
Wir müssen unsere Auffassungen immer wieder revidieren."



Hans Albert

Hans Albert, geb. 1921. Deutscher Philosoph, Professor für Soziologie und Wissen-schaftstheorie in Mannheim. (Bis zu seiner Emeritierung 1989.) Bedeutendster deutscher Vertreter des Kritischen Rationalismus und Atheist. [Nicht verwechseln mit dem Sänger und Schauspieler Hans Albers. ;-)]

Da die Vernunft fehlbar sei, dürfe es keiner Überzeugung an
Kritik fehlen. Einer Theorie könne nichts schlimmeres passieren, als konkurrenzlos zu bleiben.

Das Münchhausentrilemma: Jeder Versuch eine These zweifelsfrei zu begründen, ende in

Letztbegründung sei deshalb nicht möglich, jede These fallibel.

Nach Albert läuft die Anerkennung des wissenschaftlichen Weltbildes als einer angemes-senen Wiedergabe wirklicher Zusammenhänge von selbst auf den  Materialismus, bzw.  Realismus hinaus.

Beim sogenanten  "Positivismusstreit" unterstützte Albert Karl Popper gegen Adorno (der von Habermas unterstützt wurde).



Hans Albert ausführlicher

Literatur von und zu Albert, Internetlinks

Literatur (Auswahl):
  • Traktat über kritische Vernunft (1968). 5. erweiterte Auflage, 1991.
    (Bedeutendstes Werk)
  • Traktat über rationale Praxis, 1978.
  • Das Elend der Theologie, 1979
  • Die Wissenschaft und die Fehlbarkeit der Vernunft, 1982.
  • Kritik der reinen Erkenntnislehre, 1987.
  • Kritik der reinen Hermeneutik, 1994.
  • Kritischer Rationalismus, 2000.
Eine sehr umfangreiche Bibliographie zu Hans Albert
von Dr. Hans-Joachim Niemann
Hans Albert im Internet:

Meine Kritik an Albert

Im Prinzip ist mir der Anti-Dogmatismus der kritischen Rationalisten sehr sympathisch. Ich habe allerdings den Eindruck, daß zum Teil über das Ziel hinausgeschossen wird, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. (Das sage ich aber unter dem Vorbehalt, daß ich nicht alle Äußerungen Alberts und anderer kritischer Rationalisten kenne.)

Nach meiner Überzeugung sind gewisse Arten von Letztbegründung möglich, bzw. es gibt bestimmte Aussagen bzw. Erlebnisse, die nicht bezweifelbar sind. Damit gibt es auch einen unfehlbar sicheren Startpunkt für's Philosophieren. Diesen sehe ich erstens im unmittelbaren Erleben - ich kann z. B. die Existenz meiner Schmerzen nicht bezwei-feln - und zweitens in Ausschließungsbehauptungen, die ich nicht bezweifeln kann, ohne das qualitative intellektuelle Niveau aufzugeben, daß ich mir mühsam erarbeitet habe. (Näher ausgeführt habe ich dies im philolex-Beitrag  Letztbegründung.) Die menschli-che Vernunft mag nicht alles erklären können. Über die Vernunft hinaus, okay! Aber nicht hinter die Vernunft zurück! "Das Märchen Rumpelstilzchen gibt keine tatsächlich stattge-fundenen Ereignisse wieder." "Die Offenbarung des Johannes gibt keine in der Zukunft tatsächlich stattfindenden Ereignisse wieder."

Nachdenken führt Albert zum  Realismus bzw.  Materialismus, mich hat es zum  Agnostizismus mit einer Neigung zum  Idealismus geführt. Als konsequenter Fallibi-list dürfte Albert weder Atheist noch Materialist sein. Sollte Atheismus und Realismus für Albert aber letztendlich  Hypothesen sein, dann wäre er eben Agnostiker.


Zur philolex-Startseite


Copyright © by Peter Möller, Berlin.