Gesellschaft

Gesellschaft bedeutet in der Philosophie und den Sozialwissenschaften eine Gruppe von Individuen, die nach gewissen (oft geschichtlich gewachsenen) Regeln zusammenleben und durch gemeinsame (oft geschichtlich gewachsenen) Merkmale - z. B. Sprache, Rechtsauffassungen - und Interessen - z. B. gemeinsame Produktion der Lebensmittel - verbunden sind.

Die Soziologie ist die Wissenschaft, die die Gesellschaft der Menschen als Gegenstand hat.

Einige unterscheiden zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft. Gemeinschaft sei ein natürlich gewachsenes auf Gefühlen beruhendes Zusammenleben. Darüber gebe es eine lose Verknüpfung von Individuen, die Gesellschaft, derer sich die Einzelnen gemäß ihren Interessen bedienten.

Zwischen den Einzelnen und der Gesellschaft gibt es eine gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung. Der Zustand der Gesellschaft ist u. a. abhängig von der Konstitution und dem Verhalten der einzelnen Mitglieder. Der Zustand der Gesellschaft wirkt aber wiede-rum auf die Einzelnen und ist eine Ursache ihres Fühlens und Verhaltens.

Die Gesellschaft bzw. ihre konkrete Beschaffenheit oder ihr Entwicklungsstand spielt in einigen philosophischen Systemen eine große Rolle, z. B. im Marxismus. Hier wird behauptet, der Mensch sei nur oder in aller erster Linie ein gesellschaftliches Wesen, das in seinem Fühlen und Verhalten, seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen durch die bestehenden gesellschaftlichen, besonders ökonomischen Verhältnisse bestimmt wird. (Eine berühmte und kennzeichnende Aussage von Marx: "Der Mensch ist das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse." Siehe auch Soziologismus) Es wird darauf hingewie-sen, daß Menschen in der Gesellschaft oft nicht gleichberechtigt sind, es Klassengesell-schaften gibt.

[Der Mensch ist aus Herdentieren hervorgegangen. Er war immer ein gesellschaftliches Wesen und durch die Gesellschaft geprägt. Das ändert allerdings nichts daran, daß der Mensch auch ein Naturwesen ist, auch durch seine Natur bestimmt ist. Es gibt hier kein "entweder ... oder", sondern ein "sowohl ... als auch". Hier gilt das Gleiche wie im philolex-Beitrag  "Staat" dargestellte.]


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