Weitere bedeutende Personen


Hier werden bedeutende Personen aus Philosophie, Literatur, Wissenschaft, Religion, Gesellschaft, Geschichte, etc. aufgeführt, die im philolex erwähnt werden, zu denen es aber keinen oder noch keinen gesonderten philolex-Beitrag gibt und auf die auch in keinem sonstigen philolex-Beitrag näher eingegangen wurde. In der Regel gibt es einen Link zu einer umfangreicheren Darstellung, zu einem Interview o. ä. Bevorzugt verweise ich auf Artikel in Deutsch, wenn ich nichts Annehmbares fand in Englisch und in seltenen Fällen auch mal in Französisch.

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Alexander der Große (356 - 323 v. u. Z.). König von Mazedonien, antiker Feldherr. Von Aristoteles erzogen. Durch seine Kriegszüge nach Ägypten, Persien, Babylon und Indien kam es zu einer weiten Verbreitung der  griechischen Kultur. Lebenslauf.

Althusius, Johannes (1563 - 1638). Staatsrechtler und Politiker.  Kalvinist. Stadt-Syndikus (Direktor) im kalvinistischen Emden, einer konfessionellen Insel im weitgehend lutherischen oder katholischen Deutschland. Der Mensch brauche die Gemeinschaft und die Gemeinschaft brauche Regeln. Vertreter des Prinzips der Volkssouveränität. Die höchste Gewalt liege immer beim Volk und dieses habe ein Recht auf Widerstand gegen tyrannische Herrscher. Ohne Herrschaft ginge es allerdings nicht, die Selbstbestimmung des Individuums lehnte er ab. Nur in Glaubensfragen müsse es Toleranz geben. Auch den Juden gegenüber. Wegen des von ihm propagierten Staatsaufbaus wird er auch als Begründer der  vertikalen Gewaltenteilung und des Subsidiaritätsprinzips gesehen. In Fragen des Staatsrechts und der religiösen Toleranz deutliche Unterschiede zu  Luther. Theater und Gesang lehnte er als nur der Genußsucht dienende Schädlichkeiten ab. Wurde im englischsprachigen Raum mehr rezipiert als in Deutschland. Werk: Politica methodice digesta

  • Über seine politischen Theorien.
  • Kurze Biographie mit Verweis auf ein sehr schönes "Interview" mit Althusius.

    Aristophanes (445 - 385 v. u. Z.).  Griechischer Komödiendichter. Übte scharfe satirische Kritik an den Zuständen seiner Zeit. Kurzer Lebenslauf.

    Arnim von, Bettina (1785 - 1859). Deutsche Schriftstellerin. Schwester von   Clemens Brentano - Biographie.

    Arius (um 280 - 336). Bischof von Alexandria. Vertrat die Auffassung,  Jesus sei nicht gottgleich, sondern ein Gott untergeordneter Mittler zwischen Gott und Mensch. Wurde so zum Namensgeber des Arianismus, einer Strömung innerhalb der frühen Christenheit, die diese Auffassung vertrat. Nachdem auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 die  Dreieinigkeitslehre durchgesetzten wurde, blieb die östliche Kirche und die christianisierten germanischen Völker noch lange Zeit Arianer. Siehe auch Athanasius. Biographie.

    Apel, Karl-Otto (*1922) Deutscher Philosoph. Konsenstheoretische Auffassung von Geltung. Diskursethik. Moralische Normen würden von allen Teilnehmern in einem offenen Diskurs anerkannt. (Ähnlich wie Habermas.) Hält Letztbegründung für möglich. Ist der Auffassung Alberts Fallibilismus widerlegt zu haben. Seine Transzendentalpragmatik besagt, daß es nicht nur universelle, sondern auch notwendige Geltungsbedingungen von Normen gebe. Deshalb gebe es Grundnormen. Grundlage sei die reale Kommunikations-gemeinschaft aller Mensch, die es zu erhalten gelte und die ideale Kommunikationsge-meinschaft, die es anzustreben gelte, in der für alle rational begründbaren Ansprüche eine Übereinkunft erzielbar ist. Sprachphilosoph. [Bedürfnisse und damit auch Ansprüche lassen sich häufig nicht rational begründen, sind aber nichts desto trotz berechtigt.] Interview mit Apel.

    Arendt, Hannah (1906 - 1975). Deutsch/amerikanische Sozialwissenschaftlerin jüdischer Abstammung. Handeln und Sprechen sei ein herrschaftsfreier Raum, politische Macht daher Fähigkeit zu kommunikativen Handeln, die aber durch Gewalt zerstört werden könne. In ihrem Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" untersucht sie die Entstehungsbedingungen von Totalitarismus und  Antisemitismus und weist auf die strukturelle Gleichheit von Faschismus und Stalinismus hin. Werke u. a.: Vita activa oder vom tätigen Leben. Was ist Existenz-Philosophie?, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht über die Banalität des Bösen. Kurzer Lebenslauf.

    Athanasius (um 295 - 373). Heiliger, Kirchenvater. Bischof von Alexandria und Nachfolger des Arius.Vertrat gegen die Arianer die Auffassung der Wesenseinheit von  Jesus und Gott. Siehe  Dreieinigkeitslehre. Biographie.

    Avenarius, Richard (1843 - 1896). Deutscher Philosoph. Begründer des Empiriokriti-zismus (zusammen mit Mach), einer Richtung des Positivismus. (Wird mitunter aber auch als Richtung des Neukantianismus bezeichnet.) Durch die bloße Beschreibung des empirisch Gegebenen solle ein "natürliches Weltbild" erstellt werden. Ziel sei, das in den Erfahrungen Gegebenen mit dem geringsten Kraftaufwand zu denken. Es gebe keine Dualität von Physischem und Psychischem. Avenarius war eines der Hauptangriffsziele Lenins auf philosophischem Gebiet. Avenarius bei wikipedia.

    Bach, Johann Sebastian (1685 - 1750). Einer der hervorragendsten Komponisten aller Zeiten. Sproß einer musikalischen Familie, der selbst wieder berühmte Komponisten zeugte. Zum großen Teil Kirchenmusik, aber auch weltliches. (z. B. Brandenburgische Konzerte). Biographie.

    Bauer, Bruno (1809 - 1882). Deutscher Philosoph und Historiker. Ursprünglich Theologe und  Althegelianer. Später  Junghegelianer und entschiedener Kritiker des Christen-tums, weshalb er aus seinem akademischen Lehramt geworfen wurde. Werk u. a.: "Die Posaune des jüngsten Gerichts über Hegel den Atheisten und Antichristen" (1841). Der Atheismus sei im Werk Hegels schon als Keim enthalten. Das Christentum müsse als eine Form der menschlichen Entfremdung der Freiheit weichen. Wurde später  Antise-mit. Bauer war eines der Hauptangriffsziele von Marx und Engels in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts. Biographie bei wikipedia.

    Beethoven, Ludwig van (1770 - 1827). Einer der bedeutendsten Komponisten. Wenn von der "9. Symphonie" gesprochen wird (ohne Zusatz des Komponisten), ist die Beethovens gemeint. Die "Ode an die Freude" aus dem 4. Satz (Text Schiller) ist die Hymne der Vereinten Nationen. Beethoven hat sie wegen seiner zunehmenden Taubheit selbst nie gehört. Biographie.

    Blondel, Maurice (1861 - 1949). Französischer christlicher Philosoph. Versuchte einen Weg zwischen Moderne und christlichem Glauben zu gehen. In einer dialektisch-augusti-nischen Philosophie der Tat bzw. der Handlung versuchte er eine Verbindung von katholischer Religionsphilosophie und Pragmatismus. Denken und Glauben sollten sich im Handeln ausweisen. Der Mensch müsse handeln; eine Verweigerung sei schon Entscheidung und Tat. Handeln determiniere die Strukturen des Denkens. Blondel sah im Handeln den Begegnungspunkt von Immanenz und Transzendenz. Lehnte Rationalismus und Positivismus ab. Kritisierte die Neuscholastik. Wird auch der Lebensphilosophie zugerechnet, hat sich selbst aber anders definiert. Kam des Öfteren in Konflikt mit der Amtskirche. Wird besonders stark von Theologen rezipiert. Wichtigstes Werke: Die Aktion. Kurze Biographie

    Bodin, Jean (1530 - 1596). Französischer Staats- und Wirtschaftstheoretiker und Huma-nist. (Der sich allerdings auch als Hexenverfolger hervorgetan hat.) Forderte religiöse und politische Toleranz, allerdings unter der absoluten Macht eines Monarchen, da anders Frieden und Ordnung nicht zu gewährleisten seien. Diese Auffassung entwickelte er unter dem Eindruck der Religionskriege zwischen  Protestanten (Hugenotten) und Katholi-ken, in deren Verlauf tausende Menschen umkamen und die staatlichen Institutionen verfielen. Wurde so zum Begründer der Lehre von der Staatssouveränität. Werke u. a: Sechs Bücher über den Staat, 1576. Kurze Biographie

    Boethius, Anicius (ca. 480 - 524). Römischer Staatsmann und Philosoph. Neuplatonis-mus: Gott sei Schöpfer und Lenker der Welt. Unterschied zwischen (göttlicher) Vorse-hung und Schicksal, das aus einer Distanzierung zu Gott entstehe.  Stoizismus: Der Mensch gründe in der Vernunft und solle den äußeren Ereignissen mit Gleichmütigkeit begegnen. Übersetzte und kommentierte antike Schriften, besonders des Aristoteles Wird in der Literatur als der "letzte Römer und erste Scholastiker" bezeichnet. Verfaßte im Kerker sein Werk "Der Trost der Philosophie". [In der Frage "Gut und Böse" die typische Inkonsequenz, die man bei Neuplatonikern, Christen etc. antrifft.] Kurze Biographie und Zusammenfassung von "Der Trost der Philosophie".

    Bolzano, Bernhard (1781 - 1848). Bömischer katholischer Theologe, Philosoph und Mathematiker. Ein Gegner Kants. Die Logik sei unabhängig von der Psychologie. Sätze der Logik seien raum- und zeitlose Wahrheiten, ideelle Wesensheiten. [Nach meiner Auffassung ist das eine Vermutung.] Husserl hat stark an ihn angeknüpft. Werke: Wissenschaftstheorie (1837), Die Paradoxien des Unendlichen (1848). Biographie und umfangreiches Literaturverzeichnis.

    Brentano, Clemens (1778 - 1842). Deutscher Schriftsteller. Ein Hauptvertreter der Frühromantik. Bruder von   Bettina von Arnim. Onkel von  Franz Brentano. Sammelte und schrieb Lieder und Märchen, die im Gegensatz zu den Märchen der Gebrüder Grimm satirische und ironische Elemente enthielten. Wurde später einer der bedeutendsten Vertreter der katholischen Restauration. Umfangreiche Linkliste.

    Brentano, Franz (1838 - 1917). Deutscher Philosoph. Neffe von  Clemens Brentano. Ursprünglich katholischer Priester, der wegen der Ablehnung einiger christlicher Dogmen dieses Amt aufgab. Vertreter eines entschiedenen Empirismus. Bedeutende psychologi-sche Studien. Behauptete, daß psychische Phänomene im Unterschied zu physischen immer auf etwas gerichtet seien, d. h. Bewußtsein von etwas seien, über dessen Existenz oder Nichtexistenz damit aber noch nichts ausgesagt sei. Husserl knüpfte stark an diesen Gedanken an und entwickelte ihn zur Theorie der "Intentionalität des Bewußtseins". Biographie.

    Buber, Martin (1878 - 1965). In Wien geborener jüdischer Sozial- und Religionsphilosoph. Aktiver  Zionist. Bis 1938 hauptsächlich in Deutschland tätig und deutsch publizierend. Versuchte eine Synthese aus westlicher Philosophie und östlicher Mystik. Erstrebte eine menschliche und politische Erneuerung des abendländischen Judentums im Geiste der Bibel und des  Chassidismus. Sehr wichtig für seine pädagogischen, politischen und religiösen Auffassungen ist das "Dialogische Prinzip", sowohl im zwischenmenschlichen Bereich wie in der Beziehung des Menschen zu Gott. (In diesem Zusammenhang wichtigstes Werk: "Ich und Du", 1923) Beeinflußte mit seinen Gedanken die moderne Pädagogik, Philosophie, Psychiatrie und die Theologen. Wird auch als Vertreter der Existenzphilosophie angesehen. Biographie.

    Busch, Wilhelm (1832 - 1908). Deutscher Maler, Zeichner und Dichter. Erfinder der Comix. www.wilhelm-busch-seiten.de.

    Caesar, Caius Iulius (100 - 44 v.u.Z.). Römische Staatsmann, Feldherr und Literat. Der Begriff "Kaiser" kommt von seinem Namen. Der heute siebte Monat trägt seinen Namen. Werke u. a.: De bello Gallico, De bello civili. Caesar bei Wikipedia.

    Cervantes Saavedra, Miguel de (1547 - 1616). Spanischer Schriftsteller. Schrieb Don Quijote. Kurzer Lebenslauf

    Chateaubriand, François Rene (1768-1848). Französischer Schriftsteller, bedeutender Vertreter der Frühromantik. Lebenslauf.

    Chomsky, Noam Avram (*1928). Amerikanischer Sprachforscher und Philosoph. Professor am Massachusetts Institute of Technology. Engagierter Gegner der (US) amerikanischen Politik. Bedeutung für die Erkenntnistheorie. Begründer der generativen Transformationsgrammatik. Versucht aus den Grammatiken der einzelnen Sprachen eine Universalgrammatik zu schaffen. Im Unterschied zum Behaviorismus vertritt er den Mentalismus, indem er behauptet, daß Sprachstrukturen angeboren seien. Es gebe im Menschen eine unabhängig von Umwelteinflüsse bestehende angeborene "Kompetenz" aus einer endlichen Menge von Sprachelementen nach festen Regeln kreativ unendlich viele auch neue Sätze zu bilden. Kompetenz ist also etwas anderes als die "langue" bei Saussure. (Ähnlichkeit zu Ditfurths Vorstellung über die angeborenen Raum-, Zeit- und Kausalitätsvorstellungen) Seine Homepage - Englisch.

    Cocteau, Jean (1889 - 1963). Französischer Schriftsteller. Schrieb surrealistische Gedichte und Romane. Kurze Biographie und Bibliographie

    Corneille, Pierre (1606-1684). Französischer Dramatiker, "der Shakespeare Frankreichs", neben Racine bedeutendster Vertreter des klassischen französischen Dramas. Biographie.

    Courteline, Georges (eigentlich Moinaux) (1858 - 1929) Französischer Schriftsteller. Schrieb humoristische Bühnenstücke und Novellen, mit pessimistischer Grundhaltung. Kleinbürger und staatliche Institutionen werden verspottet. (Militär, Polizei, Justiz.) Biographie in Französisch. (Da etwas einigermaßen Annehmbares in Deutsch oder Englisch nicht zu finden war.)

    Cousteau, Jacques Yves (1910 - 1997). Französischer Meeresforscher und Umweltschüt-zer, Autor und Filmproduzent. Engagierte sich (zum Teil erfolgreich) für die Meere und den Umweltschutz lange bevor dies zu einer Modeerscheinung wurde. Biographie.

    Croce, Benedetto (1866 - 1952). Italienischer Philosoph und Politiker. Nach katholischer Kindheit und zeitweiliger Sympathie für den Marxismus politisch Hinwendung zum Liberalismus, philosophisch zu Hegel. Antifaschist. Bekämpfte den Positivismus. Setzte Wirklichkeit und Geschichte gleich. ("Absoluter Historismus") Setzte auch Geschichte und Philosophie gleich. [Bei einem Hegelianer verständlich. Und die vielen Dummheiten, Grausamkeiten, Stillstände und Kreisbewegungen ohne Fortschritt? Die haben eben kein wahres Sein. Auschwitz hatte keine Wirklichkeit.] Betonte die immanente Erfahrung des Geistes. Philosophie sei Aufeinanderfolge von offenen "Systemationen", also unabge-schlossen. Wirklichkeit sei die unendliche, dialektische Entwicklung. des  "Objektiven Geistes". Sie gehe in Stufen vor sich: 1. in theoretischer Form - 1.1. Kunst = Intuitive Erkenntnis des Einzelnen, 1.2. Philosophie = Begriffliches Denken als Erkenntnis des Allgemeinen. 2. in praktischer Form - 2.1. Ökonomie = das Wollen des Einzelnen, 2.2 Ethik = das Wollen des Allgemeinen. Die Vollendung dieses Prozesses sei die (Geschichts-)Philosophie. Ästhetik sei allgemeine Ausdruckslehre. Schönheit sei vollen-dete geglückte Formung. Häßlichkeit sei mangelnder, verfehlter Ausdruck. (Meine Einstellung dazu bei  Ästhetik.) Biographie.

    Dante Alighieri (1265 - 1321). Italienischer Dichter. Hauptwerk: Die göttliche Komödie. Biographie.

    Da Vinci, Leonardo (1452 - 1519). Italienischer Universalkünstler, Erfinder und Naturfor-scher. Nahm viele technische Erfindungen der heutigen Zeit voraus. Bekanntestes Gemälde: Mona Lisa. Biographie.

    Davis, Paul. Englischer Physiker und Sachbuchautor. Z. Z. an der "University of Newcastle", Australien.

    Deschner, Karl Heinz (*1924). Bedeutendster deutscher Kirchen- und Christentums-kritiker des 20. Jahrhunderts. Einer seiner besonders guten Aussprüche: "Ein Gott, der die Hölle gemacht, verdient als einziger darin zu braten." www.deschner.info.

    Destutt de Tracy, Antoine Louis Claude (1754–1836). Vertreter des Sensualismus und Gegner des Rationalismus. Prägte den Begriff Ideologie, als Lehre von den Ideen. Biographie bei wikipedia (englisch).

    Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von (1830 - 1916). Bedeutende österreichische Schriftstellerin. Biographie bei wikipedia.

    Eckermann, Johann Peter (1792 - 1854). Deutscher Schriftsteller. Seit 1823 Privatsekretär Goethes. Werk: Gespräche mit Goethe, 1836 - 48. Gute Seite über Eckermann.

    Eigen, Manfred (1927). Evolutionstheoretiker. Biografie bei wikipedia

    Einstein, Carl (1885–1940). Deutscher Schriftsteller. Biographie bei wikipedia.

    Erhardt, Heinz (1909 - 1979). Einer der besten deutscher Komiker. Seine Wirkungszeit waren besonders die 50er und 60er Jahre. Die meisten seiner Gedichte und Kurzgedichte sind aber zeitloser Humor. Heinz-Erhardt-Homepage. Heinz Erhardt bei wikipedia

    Eucken, Rudolf Christoph (1846–1926). Deutscher Philosoph und Nobelpreisträger. Es gibt eine selbständige metaphysische Geisteswelt, mit der der Mensch durch sein kulturschöpferisches Geistesleben verbunden sei. Das Verhältnis dieser mit der Religion versuchte er mit »noologischer Methode« zu erforschen. Eine Wirkung hatte er auf Max Scheler. Biographie bei wikipedia.

    Flaubert, Gustave (1821-1880). Französischer Schriftsteller, der in Romanen und Erzählungen die Romantik überwinden wollte. Biographie.

    Fontenelle, Bernard le Bouvier de (1657 - 1757). Französischer Schriftsteller und Philosoph, Wegbereiter der Aufklärung. Biographie.

    France, Anatole (1844 - 1924) Französischer Schriftsteller, Nobelpreisträger. Biographie.

    Frisch, Max (1911 - 1991). Schweizer Schriftsteller. Wies auf die Zwiespältigkeit und innere Zerrissenheit des Menschen hin. Biographie.

    Gaarder, Jostein (geb. 1952). Norwegischer Schriftsteller. Autor von Sofies Welt. Biographie bei wikipedia.

    Gadamer, Hans-Georg (1900 - 2002). Vertreter der Hermeneutik. Untersuchte Erfahrungs-möglichkeiten von Wahrheit (in Philosophie, Kunst, Geschichte etc.) außerhalb des neu-zeitlichen Methodenbewußtseins. Die durch Wirkungsgeschichte bestimmte Überliefe-rung müsse verstanden werden. Hauptwerk: Wahrheit und Methode, 1962. Biographie.

    Gehlen, Arnold (1904 - 1976). Deutscher naturwissenschaftlich-biologisch orientierter Philosoph, Anthropologe und Soziologe. Entwickelte eine Theorie der die Gesellschaft stützenden Institutionen. Der Instinktreduktion des Menschen stehe seine Weltoffenheit und Lernbereitschaft gegenüber. Der Mensch sei ein Mängelwesen. Dieser Tatsache stelle er sich handelnd entgegen und schaffe so die Institutionen des Zusammenlebens und weitere Kulturleistungen wie Sprache, Wissenschaft und Kunst. Dabei sei die Ausformung der Institutionen eine. naturgeschichtliche Notwendigkeit. Daseinsberechti-gungen und Gütemaßstab der Institutionen seien die Funktionen der Entlastung, Führung und Ordnung. Wurde von Seiten der Frankfurter Schule und der Verhaltensforschung kritisiert. Hauptwerk: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt, 1940. Biographie bei wikipedia.

    Gide, André (1869 - 1951). Französischer Schriftsteller. Aphorismus: "Glaube denen, die die Wahrheit suchen und zweifle an denen, die sie gefunden haben." Biographie.

    Glucksmann, André (*1937). Französischer Philosoph. Als Sohn deutsch-jüdischer Emigranten geboren. Vertreter der "Neuen Philosophen", die eine entschiedene Kritik totalitärer Systeme betreiben. Vom Vertreter der maoistischen Variante des Marxismus/ Leninismus wandelte er sich zum entschiedenen Kritiker totalitärer Weltanschauungen und philosophischer Systeme. Philosophen seien verantwortlich für die Folgen ihres Denkens. (Marx, Nietzsche) Sympathisiert mit Dissidenten und Befreiungsbewegungen gegen jede Art von diktatorischer Herrschaft. (Für diejenigen, die es immer noch nicht für nötig halten, über die 50 - 100 Millionen Opfer der kommunistischen Experimente des 20. Jahrhunderts nachzudenken, ist er ein Verräter.) Werke u. a.: Köchin und Menschen-fresser, 1975. Die Meisterdenker, 1977. Vom Eros des Westens, 1981. Philosophie der Abschreckung, 1983. Die Macht der Dummheit, 1985. Biographie.

    Gogh, Vincent van (1853 - 1890). Einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts der die Malerei des 20. Jahrhunderts stark beeinflußte. Sohn eines protestantischen Pfarrers, der sich erfolglos als Kunsthändler und Prediger versuchte, bevor er sich autodidaktisch zum Maler ausbildete. Zu seinen Lebzeiten wenig beachtet, zum Ende seines Lebens geistig verwirrt - zu der Zeit schuf er seine besten Werke - schied er durch Freitod aus dem Leben. Heute gehören seine Bilder zu den teuersten Gemälde der Welt und dienen deshalb häufig der Kapitalanlage. (So geht die Menschheit mit ihren Genies um!) [Mein Lieblingsmaler.]

  • Biographie
  • Seine Gemälde
  • "Vincent" by Don Mclean.

    Goodman, Nelson (1906-1998). Amerikanischer Philosoph. Führender Vertreter der Ana-lytischen Philosophie. Beeinflußt von Carnap und Cassirer. Die "Goodman-Paradoxie" ist eine neue Sichtweise des  Induktionsproblems. Kurzdarstelung seiner philosophischen Grundaussagen.

    Grillparzer, Franz (1791 - 1872). Österreichischer Dramatiker Biographie bei wikipedia.

    Grimm, Jacob (1785 - 1863). Deutscher Sprachwissenschaftler und Schriftsteller. Begrün-dete zusammen mit seinem Bruder  Wilhelm G. die wissenschaftliche Germanistik. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt sind die Gebrüder Grimm wegen der von ihnen herausgegebenen - nicht aber von ihnen selbst erfundenen - Märchensammlungen. Größte wissenschaftliche Leistung ist aber die Herausgabe des Deutschen Wörterbuchs, 1851 - 62. Umfangreiche Linksammlung.

    Grimm, Wilhelm (1786 - 1859). Deutscher Sprachwissenschaftler und Schriftsteller. Bruder von  Jacob G. Weiteres über ihn dort.

    Grosseteste, Robert (ca. 1168 - 1253). Englischer Theologe und Scholastiker. Früher Vorläufer der modernen Naturwissenschaften. Lehrer englischer Franziskaner, u. a. von  Roger Bacon. Kritiker von Vetternwirtschaft und Korruption im Klerus. Biographie.

    Guardini, Romano (1885 - 1968). In Deutschland wirkender Religionsphilosoph und Theologe italienischer Herkunft. Bedeutender Vertreter der katholischen Jugend- und Bildungsbewegung. Christlich-existentielle Beschäftigung mit bedeutenden Personen der Dichtung und Philosophie. Biographie.

    Häberlin, Paul (1878 - 1960). Ursprünglich Pfarrer. Naturwissenschaftler. Philosoph. Psychologe. Pädagoge. Anthropologie. Existentialismus. Kurzdarstellung.

    Händel, Georg Friedrich (1685 - 1759). Bedeutender Barockmusiker. Gute Händel-Seite.

    Heine, Heinrich (1797-1856). Bedeutendster deutscher Dichter zwischen Romantik und Realismus. Ursprünglich Jude, der zum  Protestantismus übertrat. Stand den  Jung-hegelianern nahe. Bekanntschaft mit Marx. Gegenüber Staat und Kirche hatte er eine revolutionäre Einstellung. Seine Bücher waren in Deutschland - nicht nur in der NS-Zeit - des Öfteren verboten. Spruch: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." Biographie.

    Herodot (484 - 424). Griechische Historiker und Völkerforscher. Autor der Historien, der wichtigsten Quelle für die Zeit der Perserkriege. Biographie.

    Herzl, Theodor (1860 - 1904). Österreichischer Schriftsteller. Begründer des  Zionis-mus. Werk: Der Judenstaat. Biographie.

    Hesse, Hermann (1877 - 1962). Deutsch-Schweizerischer Schriftsteller. (Nobelpreisträ-ger) Sein Hauptthema war das Ringen um einen Ausgleich von Geist und Sinnlichkeit, von Verstand und Gefühl. Sein wohl bekanntester Roman ist "Der Steppenwolf". [In der zweiten Hälfte der 80er Jahre war ich dem Steppenwolf zum verwechseln ähnlich. Auch heute habe ich noch vieles vom Steppenwolf. Es gibt aber auch einen wichtigen Unter-schied: Im Gegensatz zum Steppenwolf bin ich technophil.] Mehrere Kurz-Biographien.

    Hitschmann Eduard, (1871-1957). Österreichischer Psychoanalytiker. Ein früher Schüler Freuds. In philosophischer Literatur wird er des Öfteren mit dem Satz zitiert: "Wer zum Philosophieren gesund genug wäre, der philosophiert eben nicht!" Kurz-Biographie in Englisch.

    Hönigswald, Richard (1875 - 1947). Deutscher Philosoph jüdischer Abstammung. Emigrierte 1939 in die USA. Neukantianer und Gegner des Psychologismus. Entwickelte eine umfangreiche Sprachphilosophie. Beschäftigte sich besonders mit dem Methoden-problem. Philosophie sei Denkpsychologie, deren Träger die Monas (Monade) sei. Sie sei nicht ableitbares erlebendes Denken. Philosophie habe sich in Auseinandersetzung mit den Einzelwissenschaften zu bewähren, die im Kern als philosophisch angesehen werden. Kurzdarstellung seiner Philosophie und Literaturhinweise.

    Hohenzollern. Deutsche Fürstenfamilie. Stellten seit 1415 die Kurfürsten von Branden-burg, seit 1701 die Preußischen Könige und von 1871 - 1918 die Deutschen Kaiser. Bekanntester Vertreter  Friedrich der Große. Der letzte regierende Vertreter dieser Familie, Kaiser Wilhelm II., löste mit seiner Kriegserklärung an Frankreich und Rußland 1914 den 1. Weltkrieg aus und damit auch den Abstieg Deutschlands. Hohenzollern bei wikipedia.

    Hugo, Victor (1802 - 1885). Französischer Schriftsteller, bedeutender. Vertreter der französischen Romantik. Biographie.

    Humboldt, Alexander Freiherr von (1769 - 1859). Deutscher Naturforscher. Bruder von  Wilhelm H. Begründer der Pflanzengeographie, modernen Landeskunde und physikali-schen Erdbeschreibung. Biographie.

    Humboldt, Wilhelm Freiherr von (1767 - 1835). Deutscher Philosoph und Sprachforscher. Bruder von  Alexander H. Mit  Schiller und Goethe befreundet. Vertreter des  Neu-humanismus und damit Förderer des humanistischen Bildungsideals. Mitbegründer der - inzwischen nach ihm und seinem Bruder benannten - Humboldtuniversität in Berlin und des humanistischen Gymnasiums. Biographie.

    Ibn Arabi (1165–1240). Islamischer Mystiker. Biographie bei wikipedia.

    Jansen, Cornelius (1585 - 1638). Niederländischer Theologe und Bischof von Ypern. Begründer des  Jansenismus, einer auf Augustinus aufbauenden Strömung innerhalb der Katholischen Kirche im 17. Jahrhundert. Die Strömung wurde später unterdrückt, die Altkatholischen haben zum Teil an ihr angeknüpft. Ein berühmter Anhänger dieser Lehre war Blaise Pascal. Biographie.

    Jonas, Hans (1903 - 1993). Deutsch-amerikanischer Philosoph und Religionshistoriker. Beschäftigte sich besonders mit dem Verhältnis von Mensch und Natur. Trat für eine Ethik des verantwortungsvollen Handels innerhalb der technischen Zivilisation ein. "worst case-Denken": Wenn eine bestimmte technische Entwicklung auch nur die Möglichkeit beinhaltet, das Fortexistieren der menschlichen Gattung zu gefährden, sollte sie nicht entwickelt werden. Neufassung des  kantischen kategorischen Imperativs: "Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschli-chen Lebens auf der Erde." Fernwirkung: Die Verantwortung für den Mitmenschen müsse ergänzt werden, um die Verantwortung für künftige Generationen und die Natur. [Eine Ethik entwickeln ist das Eine, die Menschen dazu kriegen, diese zu befolgen etwas anderes. Jonas' Ethik würde konsequent praktiziert zum technologischen Stillstand führen.] Kritisierte den Poststrukturalismus. Biographie und kurze Darstellung seiner Ethik.

    Joubert, Joseph (1754–1824). Französischer Aphoristiker. Biographie bei wikipedia.

    Kafka, Franz (1883–1924). Deutschsprachiger tschechischer Schriftsteller jüdischer Abstammung. Biographie bei wikipedia.

    Klopstock, Friedrich Gottlieb. (1724 - 1803). [Einer seiner Ahnen war wohl Lehrer.] Deutscher Schriftsteller. Schrieb gefühlsstarke Epen und Lyrik mit natur-heroischen und religiösen Tendenzen. Beeinflußte Goethe. Biographie.

    Kraus, Karl (1874 - 1936). Österreichischer Publizist, Schriftsteller, Aphoristiker, Litera-turkritiker und Pazifist. Jüdischer Herkunft, konvertierte zum Katholizismus, trat später wieder aus der Kirche aus. Bedeutender Kritiker der Politik, Literatur und Presse seiner Zeit. Biographie.

    Krause Karl Christian Friedrich (1789–1832). Deutscher Philosoph. Prägte den Begriff Panentheismus. Biographie bei wikipedia.

    La Bruyère, Jean de (1645 - 1696). Französischer Schriftsteller. Bedeutender Moralist. Gab eine genaue psychologische Schilderung von Leben und Sitten der damaligen französischen Gesellschaft. Aphorismen: "Das Leben ist eine Tragödie für die, die fühlen und eine Komödie für die, die denken." "Die Zeit stärkt die Freundschaft und schwächt die Liebe." Kurze Biographie in Englisch.

    Landmann, Michael (1913–194). Professor für Kultur-Philosophie und Fundamental-Anthropologie an der Freien Universität Berlin (von 1950–1980) Viele Veröffentlichungen über Anthropologie. Sein Hauptgebiet war: Der Mensch als Schöpfer und Geschöpf der Kultur. So auch der Titel eines seiner Werke. Biographie bei wikipedia.

    Lavater, Johann Kaspar (1741 - 1801). Schweizer Schriftsteller und  evangelischer Theologe. Ein Fanatiker, für den religiöse Vielfalt undenkbar war. Er wollte von Anderen, daß sie in exakt der gleichen Weise Christ sind, wie er, oder aber ihn überzeugen, daß ihre Art Christ zu sein, die richtige ist. Bekanntschaft und langjähriger Briefwechsel mit Goethe, den Lavater vergeblich von seiner Art Religiosität zu überzeugen suchte. Begründer der Physiognomik. Werk: Physiognomische Fragmente. Biographie.

    Lem, Stanislav (*1921). Polnischer Science-Fiction-Autor. Seine - häufig auch humoristi-schen - Zukunfts-Romane enthalten interessante philosophische Grundthemen, die u. a. zur Zerstörung des "Naiven Realismus" beitragen können. Schriften u. a.: Sternentagebü-cher. Der Futurologische Kongreß. (Beide mit Abenteuern der Romanfigur "Ijon Tichy".) Biographie. Umfangreiches Schriftenverzeichnis

    Lichtenberg, Georg Christoph (1742 - 1799). Deutscher Physiker und Aphoristiker. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt besonders wegen seiner scharfsinnigen und bissigen Aphorismen. Biographie bei wikipedia.

    Luhmann, Niklas (1927 - 1998). Bedeutender deutscher Soziologe. Hauptwerk: Soziale Systeme. Biographie.

    Mach, Ernst. (1838 - 1916). Österreichischer Physiker und Philosoph. Begründer des Empiriokritizismus (zusammen mit Avenarius), einer Richtung des Positivismus. (Wird mitunter aber auch als Richtung des Neukantianismus bezeichnet.) Substanzbegriff: Ma-terielle Dinge seien nur stabile Zusammenhänge von Empfindungselementen. Beeinflußte Einstein und Dingler. Seine Theorien wurden Ausgangspunkt für die Entstehung des  Wiener Kreises. Sein Denken beinhaltete auch  aufklärerische und sozialkritische Elemente. Eines der Hauptangriffsziele Lenins auf philosophischem Gebiet. Biographie.

    Marcel, Gabriel Dieser Text ist jetzt hier.

    Maupassant, Guy de (1850 - 1893). Französischer Schriftstelle und Naturalist, Schrieb psychologische Novellen. Biographie.

    Mendel, Gregor Johann (1824 - 1884). Österreichischer Naturforscher und Augustiner-mönch. Begründer der modernen Vererbungslehre. Von seinen Versuchen an Erbsen, Bohnen u. w. leiteten spätere Naturforscher die Mendelschen Regeln ab.

  • Biographie
  • Biographie.

    Merleau-Ponty, Maurice Der Text ist jetzt hier.

    Molière, Jean-Baptiste Poquelin (1622 - 1673). Französischer Schriftsteller. Schrieb Komödien. Biographie.

    Morgenstern, Christian (1871 - 1914). Deutscher Dichter und Schriftsteller, der besonders wegen seiner humoristischen Lyrik bekannt ist. Biographie bei wikipedia.

    Mozart, Wolfgang Amadeus (1756 - 1791). Einer der bedeutendsten Komponisten. [Vom musikalischen Gesichtspunkt her ist mir am liebsten seine Oper "Die Hochzeit des Figaro". Seine letzte Oper "Die Zauberflöte" ist aber als eine Hommage für Schönheit, Weisheit und Stärke, für Humanismus und Aufklärung nach meiner Einschätzung mit das Beste, was Menschen jemals hervorgebracht haben. Der Text endet mit dem Satz: "Es siegte die Stärke, und krönet zum Lohn die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron."]

  • Biographie Mozarts.
  • Näheres zur Zauberflöte.

    Müntzer, Thomas (um 1490 - 1525). Deutscher Theologe und Revolutionär. Anführer des Bauernaufstandes in Thüringen. Wurde enthauptet. Erst ein Anhänger, später ein Gegner  Luthers. - Biographie bei wikipedia.

    Musset, Alfred de (1810 - 1857). Französischer Schriftsteller. Schrieb romantische. Lyrik, Novellen und stimmungsvolle Gesellschaftsstücke. Biographie.

    Pestalozzi, Johann Heinrich 1746 - 1827). Schweizer Pädagoge, Schriftsteller und Sozialreformer, der für die Entwicklung der modernen Pädagogik eine sehr große Bedeutung hatte. Kritiker der sozialen Mißstände und der Erziehungsmethoden seiner Zeit. Beklagte die "Verwilderung" und "Entwürdigung" des Volkes. Ursachen dafür seien die menschliche Natur, das Privateigentum und der Staat. Durch Recht, d. h. Einschrän-kung des Eigennutz, und durch Sittlichkeit, d. h. Einschränkung der menschlichen Natur, sollten diese Mißstände beseitigt werden. Die Erziehung solle zur Entfaltung der in der menschlichen Natur liegenden positiven Kräfte führen. Forderte einen praxisbezogenen gemeinschaftsfördernden Unterricht. Anschauung sei wichtiger als Buchwissen. Der inneren Sinn des Menschen solle auf Ordnung in der Welt und auf Liebe und Glaube gründen. Nötig sei die umfassende Entwicklung der geistigen, sittlich-religiösen und körperlich-werktätigen Kräfte ("Kopf, Herz, Hand") durch Familie und Mutter-Kind-Beziehung, letztendlich durch die Bindung an Gott. Zu Beginn standen seine Unterrichts-methoden im Vordergrund, später im Zusammenhang mit der Industrialisierung sein sozialreformerische Ansatz gegen die Zerstörung der Familie. Biographie.

    Plessner, Helmuth (1892 - 1985). Neben Scheler Begründer der philosophischen Anthro-pologie. Dabei bezog er die empirischen. Wissenschaften über den Menschen ein, besonders Humanbiologie, Psychologie und Soziologie Wichtig bei allen Lebewesen sei ihre Positionalität. Die Pflanze sei offen, d. h. unmittelbar abhängig von ihrer Umgebung. Das Tier sei geschlossen, d. h. stärker auf sich zentriert. Der Mensch habe eine exzentrische Positionalität, d. h. er könne sich wegen seines Selbstbewußtseins reflexiv zu sich selbst verhalten. Der Mensch müsse erst aus sich machen, was er sei. Er sei von Natur aus auf Kultivierung angelegt. Natur und Kultur, Sinnliches und Geistiges seien beim Menschen immer eine vermittelte Einheit. Hauptwerk: Die Stufen des Organischen und der Mensch. Helmuth Plessner Website.

    Proust, Marcel (1871-1922). Französischer Schriftsteller. Wiederfinden der Vergangenheit mittels unwillkürlicher Erinnerung und ihre Bewahrung im literarischen Kunstwerk. Biographie.

    Rabelais, François (1494 - 1553). Französischer Schriftsteller, Arzt und Geistlicher, satirisches Romanwerk Gargantua und Pantagruel. Biographie.

    Racine, Jean (1639 - 1699) Französischer Dramatiker, neben Corneille bedeutendster Vertreter des klassischen französischen Dramas. Biographie.

    Rahner, Karl (1904 - 1984). Deutscher katholischer Theologe und Philosoph. Biographie.

    Ree, Paul (1849-1901). Deutscher Psychologe. Mit Nietzsche befreundet. (Bisher nichts brauchbares im Internet zu finden. Bild und Geburtsdaten.)

    Renan, Ernest (1823 - 1892). Französischer Schriftsteller und Religionsphilosoph. Lehnte eine auf christlichen Dogmen beruhenden Moral ab. Renan schrieb 1871 in "Träume" über eine höherentwickelte Menschenrasse: "Es wäre dies eine Art von Göttern ... Wesen, die uns zehnfach überlegen wären ... An der Wissenschaft ist es, das Werk bei dem Punkt wieder aufzunehmen, bei welchem die Natur stehen geblieben ist ... So wie die Mensch-heit aus der Tierheit hervorgegangen ist, so würde die Gottheit aus der Menschheit hervorgehen. Es würde Menschen geben, welche sich des Menschen bedienen würden, wie sich der Mensch der Tiere bedient." (Zitiert nach "http://www.kroi.de/nietzsche.htm") [Ob uns diese "Götter" wie Tiere behandeln würden, ist für mich offen. Zusätzlich zu einer intellektuellen Weiterentwicklung wird es eventuell auch zu einer ethischen Weiterent-wicklung kommen.] Biographie in Französisch.

    Ricoeur, Paul (*1913). Theoretiker des "Symbols". Kosmische, poetische und oneirische (träumerische) Bedeutung der Symbole. Hermeneutiker. Biographie.

    Ruge, Arnold (1802 - 1880). Deutscher Schriftsteller und Journalist. Junghegelianer. Mitglied der Nationalversammlung von 1848. Arbeitete mit dem "frühen" Marx zusammen. Biographie.

    Sacher-Masoch, Leopold Ritter von (1836 - 1895). Österreichischer Schriftsteller. Auf sein erotisches Spätwerk geht der Begriff "Masochismus" zurück. Der Masochist erlangt sexuelle Erregung und Befriedigung durch Schmerzen und Erniedrigungen, die ihm vom Sexualpartner zugefügt werden. Der Begriff Masochist wird aber auch etwas leger im weitergehenden Sinne für Menschen benutzt, die sich scheinbar gern in für sie ungüns-tigen Lebensumständen befinden. [Der Masochist zum Sadisten: "Quäl' mich! Bitte, quäl' mich!" Der Sadist zum Masochisten: "Nein!"] Linkliste zu Sacher-Masoch.

    Sade, Donatien Alphonse François de (1740 - 1814). Französischer Schriftsteller. Von seinem Namen ist der Begriff Sadismus abgeleitet. Seine Bücher sind wie Abenteuerro-mane aufgebaut. In ihnen werden am laufenden Band Menschen sexuell gequält, wobei die Folterer aus ihrer Tätigkeit sexuelle Befriedigung erlangen und häufig nebenbei philosophische Gespräche führen, in denen  Materialismus und Atheismus vertreten werden. In seinen Geschichten triumphieren Immoralität, Egoismus und Rücksichtslosig-keit immer über  Moral und Tugend. De Sade hat erstmals aufgeschrieben, was andere Menschen bis dahin nur gedacht haben. (In diesem Punkt Ähnlichkeit zu Machiavelli.) Er hat Bedeutung für die Entwicklung der Psychologie und der Sexualwissenschaft. Man kann bei ihm in die Abgründe der menschlichen Seele blicken, eine Vorstellung davon bekommen, zu welcher Destruktivität Menschen fähig sind. In einem seiner wichtigsten Werke "Die 120 Tage von Sodom" werden systematisch alle nur denkbaren Grausamkei-ten und Perversionen nacheinander ausgeführt. (Die Filme mit diesem Titel geben das bestenfalls in ganz schwachen Ansätzen wieder.) [In meiner Studentenzeit mußte man sich diese Bücher noch aus dem "Giftschrank" der Staatsbibliothek ausleihen und konnte sie nur im Lesesaal mehr oder weniger unter Aufsicht lesen. Heute sind viele seiner Schriften erhältlich. Sanften Gemütern ist diese Lektüre aber nicht zu empfehlen.] De Sade verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Gefängnissen und Irrenanstalten. Seit der Entstehung der Tiefenpsychologie, besonders der Werke Freuds und Reichs, ist Sades pathologisches Innenleben besser begreifbar. Biographie und Biblio-graphie in französisch.

    Schulze, Gottlob Ernst (1761-1833). Deutscher Philosoph, Professor in Helmstadt und Göttingen. Nach seinem anonym veröffentlichten Hauptwerk "Aenesidemus"-Schulze genannt. Verteidigte den Skeptizismus Humes gegen die Philosophie Kants und deren Weiterentwicklung. Biographie bei wikipedia.

    Schweitzer, Albert (1875 - 1965). Elsässischer Theologe, Philosoph, Arzt und Organist. Eschatologische Auffassung vom Urchristentum. Die Ehrfurcht vor dem Leben sei die Grundlage der Ethik. Gründete ein Krankenhaus in Lambarene, Gabun, Afrika. Bekam 1952 den Friedensnobelpreis. www.schweitzer.org.

    Shakespeare, William (1564 - 1616). Bedeutendster englischer Dichter, der einen großen Einfluß auf die Weltliteratur und die deutsche Romantik hatte.
    www.william-shakespeare.de.

    Shaw, George Bernard (1856-1950). Irischer Dramatiker, sozialkritischer Schriftsteller. Auf die Frage, ob er lieber in den Himmel oder lieber in die Hölle komme wolle, antwortete er: "In der Hölle ist die interessantere Gesellschaft". Biographie.

    Simmel, Georg (1858 - 1918). Bedeutender Soziologe. Im Mittelpunkt seiner Lebensphilosophie steht die Spannung zwischen dem Leben als solchem und den "objektiven Sachgehalten" der Kultur, wie Recht, Sittlichkeit, Wissenschaft, Kunst, Religion. Obwohl sich diese objektiven Sachgehalte dem Leben gegenüberstellen können, erwachsen sie doch aus dem Leben. Transzendenz sei dem Leben immanent, es gehöre zu seinem Wesen, daß es über seinen vitalen Grund hinausgreife. Biographie.

    Smith, Adam (1723 - 1790). Englischer Ökonom und Philosoph. Mit seinem ökonomi-schen Werk "Untersuchung über die Natur und die Ursachen des Reichtums der Völker" war er der Begründer der klassischen Nationalökonomie. Marx hat in seinen ökonomi-schen Studien stark an ihn angeknüpft. In seinem moralphilosophischen Werk "Theorie der ethischen Gefühle" knüpft er an Hume an. Die Sympathie, das Gemeinschaftsgefühl sei Grundlage der ganzen Ethik. Die Stimme des Gewissen sei nur der Nachhall dessen, wie andere über uns denken. Biographie.

    Steiner, Rudolf (1861 - 1925). Begründer der Anthropo sophie, einer religiös-esoterischen Bewegung und Weltanschauung, die von ihren Anhängern allerdings anderes bewertet wird. Sie sehen in ihr eine Geisteswissenschaft, einen Erkenntnisweg zum Geistigen im Menschen und in der Welt, in derem Verlauf der Mensch eine stufenweise Entwicklung nachvollzieht, um höhere seelische Fähigkeiten zu entwickeln und übersinnliche Erkennt-nisse zu erlangen. Eine auf diese Weise errungene Erkenntnis sei die von der Sieben-gliedrichkeit des Menschen. (Physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistmensch. Die sieben "Glieder" werden den sieben (damals bekannten) Planeten zugeordnet.) Steiner wird in der Literatur als  Okkultist, Spiritist, Mythenerfin-der, Religionsstifter, Scharlatan, Rassist, aber auch als Naturwissenschaftler, Pädagoge und Philosoph bezeichnet. Steiner knüpft an den Deutschen Idealismus und Goethe an (z. B. in seinem Werk "Die Philosophie der Freiheit" von 1894), verbindet diese mit einigen zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und mit christlichen, indischen,  kabbalistischen und okkulten Auffassungen. Was dabei herauskommt, wird von seinen Anhänger als grandios, von der etablierten Wissenschaft und Philosophie als indiskutabel angesehen. Die in der Öffentlichkeit am stärksten bekannte und einflußreich-ste Schöpfung Steiners und der Anthroposophie sind die Waldorfschulen. Kurze positive Darstellung Steiners und der Anthroposophie

    Stendhal (= Henri Beyle - 1783 - 1842). Französischer Schriftsteller. Schrieb zeitkritische psychologische Sittenbilder, denen ein nonkonformistisches Individuum gegenübergestellt wird. In Stil und Charakterdarstellung ein Vorläufer des Realismus. Biographie.

    Swedenborg, Emanuel (1688 - 1772). Schwedischer Theosoph und Geisterseher. Von Kant als "Kandidaten des Hospitals" bezeichnet und in der Schrift "Träume eines Geistersehers" kritisiert. Biographie.

    Tacitus, Cornelius (55 - 116). Römischer Geschichtsschreiber. Biographie.

    Trakl, Georg (1887 - 1914). Österreichischer Dichter. Musterbeispiel für eine krankhaft pessimistische Weltsicht. Starb durch Selbstmord. Seine Dichtungen sind voller schwer-mütiger Traumbilder mit Todes- und Verfallsvisionen. "Alle Straßen münden in schwarze Verwesung." "Wie ist doch alles Werdende so krank." Es gibt Leute, die mögen sowas. Z. B. Adorno. [Ich bin kein Anhänger Nietzsches, wie aus meinem Artikel zu ihm hervorgeht. Leuten wie Trakl gegenüber halte ich einige Äußerungen Nietzsches aber für angemessen: "Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht. Verächter des Lebens sind es, Absterbende und selber Vergiftete, deren die Erde müde ist: so mögen sie dahinfahren!" (Zarathustra"s Vorrede) Wer sagt: "Das Leben ist nichts wert", der sagt eigentlich: "Ich bin nichts wert." Krankhaften Pessimisten gegenüber empfinde ich nur Verachtung, da mögen die noch so brillante Lyriker sein.] Siehe auch  Angst. Umfangreiche Linkliste zu Trakl.

    Troeltsch, Ernst (1865 - 1923). Deutscher  evangelischer Theologe Soziologe, Kultur- und Religions-Philosoph. Befreundet und beeinflußt von Max Weber. Kritiker dogmati-scher christlicher (auch protestantischer) Vorstellungen. Begründer des Neuprotestantis-mus. Vertreter des Historismus. Nähe zur  südwestdeutschen Schule des Neukantia-nismus. Beschäftigte sich mit Geschichtsphilosophie, Gruppensoziologie christlicher Kir-chen, Religions- und Wissenssoziologie. Politische Aktivitäten für verschiedene liberale Parteien. Hauptwerk: Der Historismus und seine Probleme, 1922. Detailierte Biographie und umfangreiche Literaturliste

    Tucholsky, Kurt (1890 - 1935). Deutscher Schriftsteller jüdischer Abstammung. Sehr bedeutender Publizist, Satiriker, Kabarettautor und Dichter der Weimarer Republik, von dem viele Texte auch heute noch gelesen werden. Linker Demokrat, Pazifist und Anti-militarist. Warnte leider vergeblich vor antidemokratischen Elementen in Politik, Militär und Justiz und vor den Nazis. Nahm sich 1935 aus Kummer über die politische Entwick-lung in Deutschland das Leben. "Eines verzeihe ich mir nie: Daß ich die Menschen dermaßen falsch eingeschätzt habe. Und jetzt mag ich nicht mehr." Biographie bei wikipedia.

    Ustinov, Peter (1921 - 2004). Schauspieler, Schriftsteller, Regisseur, Unicef-Botschafter. Entstammte einer internationalen Familie. Ein Multi-Talent. Kurz-Biographie.

    Van Gogh, Vincent (1853 - 1890). Holländischer Maler. Wegen seines leidenschaftlichen, fieberhaften Stil nach impressionistisch Vorbote des Expressionismus Biographie.

    Verlaine, Paul (1844 - 1896). Französischer Dichter, Vertreter des Symbolismus, mit Rimbaud befreundet, mit dem er lange herumvagabundierte, bis er ihn durch einen Pistolenschuß verletzte. Sah sich als "Poètes maudits", der von der Gesellschaft unverstanden und verachtet ist, der wiederum die Gesellschaft verachtet. Schrieb Lyrik, die subtile Gefühlsäußerungen beschreibt. Über Leben und Werk Verlaines.

    Vico, Giambattista (1668 - 1744). Italienischer Philosoph, besonders Geschichtsphilo-soph. Begründer der Völkerpsychologie, der spekulativen Geschichtsphilosophie, der Wissenssoziologie und Wegbereiter des Historismus. Der Mensch könne nur begreifen, was er selbst schaffe, die geschichtlich Welt. Umfassende Naturerkenntnis sei dagegen nur Gott möglich. Wandte sich gegen ein mathematisch-physikalischen Wissenschafts-verständnis, da es vieles ausblende, z. B. Politik, Rhetorik, Kunst, Geschichte. Behauptete die Gesetzmäßigkeit des Aufstiegs und Untergangs der Kulturen. (Wie Spengler.) Die Vertreter des Radikalen Konstruktivismus sehen in Vico einen ihrer Vorläufer. Werke u. a.: Vom Wesen und Weg der geistigen Bildung, 1709. Grundzüge einer neuen Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur aller Völker, 1725. Links zu Giambattista Vico.

    Winkelmann, Johann Joachim (1717 - 1768). Deutscher Archäologe und Kunstwissen-schaftler. Gilt als wichtigster Anreger für die Entstehung des  Neuhumanismus. Hauptwerk: Geschichte der Kunst des Altertums. Biographie und Bibliographie.

    Wust, Peter (1884 - 1940). Christlicher Existenzphilosoph. Der Mensch sei Geist und Körper und deshalb heimatlos. Wichtigstes Werk: Ungewißheit und Wagnis, 1937.

  • Biographie Peter Wust Gymnasium
  • Biographie und Bibliorraphie von Bautz
  • Biographie

    Zuse, Conrad (1910 - 1995). Deutscher Ingenieur. Baute 1938 mit der Z1 den ersten Computer. Entwickelte im Laufe seines Lebens viele weitere Computermodelle. Wirt-schaftlicher Erfolg blieb ihm aber versagt, weshalb Zuse sich genötigt sah, seine Firma an Siemens zu verkaufen. Biographie


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