Empfindung

Empfindung ist ein sowohl in der Umgangssprache wie in der Philosophie mehrdeutig verwendeter Begriff. Empfindung wird im engeren Sinne mit Gefühl gleichgesetzt, im weiteren Sinne kann es weitere und auch alle Inhalte des Bewußtseins umfassen.

Empfindung (von althochdeutsch "intfindan") bedeutet vom Wortursprung her "etwas in sich finden". Man findet außerhalb von sich die Welt, die man im vorkritischen Stadium als etwas objektives ansieht, etwas, das so auch da wäre, wenn man selbst und kein anderes wahrnehmendes und vorstellendes Wesen da wäre. Und man findet in sich die Gefühle, die Gedanken, den Willen u. w. [1]

Empfinden wird von Wahrnehmung häufig so unterschieden, daß beim Empfinden noch nicht wie bei der Wahrnehmung auch der Verstand schon beteiligt ist.

Empfinden wird von Gefühl häufig so unterschieden, daß beim Empfinden noch nicht wie beim Gefühl positive oder negative Wertungen vorhanden sind.

Empfinden wird auch im ästhetischen Sinne als Geschmack betrachtet. Wir empfinden etwas als schön, als angenehm oder auch nicht.

Über die Ursache von Empfindungen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Es gibt Philosophen, für die sind Empfindungen etwas subjektives, vom Subjekt selbst hervorge-brachtes. (Z. B. für die  Subjektiven Idealisten.) Für andere Philosophen werden sie von äußeren objektiv existierenden Gegenständen hervorgerufen. (Z. B. für die  Materialis-ten.) Für die Empiristen sind Empfindungen der einzige verläßlichen Ausgangspunkt für Erkenntnis.

Für  Descartes wurden die Empfindungen durch die real existierende Körperwelt hervor-gerufen. Für Kant standen hinter den Empfindungen die  Dinge an Sich.


Empfinden im Internet:
  • Empfinden von Uwe Wiedemann
  • Empfinden bei wikipedia
  • Empfinden von Friedrich Kirchner
  • Empfinden von Rudolf Eisler (Mit seinen Unterabschnitten ein sehr umfang-reicher Artikel. Weniger für Laien als für Fachleute mit guten Lateinkennt-nissen.)

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Anmerkungen

Anm. 1: Als ich in den Jahren 1985 bis 87 Meine Philosophie entwickelte, da hatte ich zu Beginn das Wort "empfinden" zum Universalverb gemacht. Mir war klar geworden, wie unsicher alles ist, was ich bis dahin für richtig gehalten hatte und glaubte nur noch das sicher zu wissen, was ich unmittelbar empfinde. Im weiteren Verlauf meines Philosophie-rens wurde mir dann aber klar, daß ich die äußere Welt unmittelbar außerhalb von mir, außerhalb meines Kopfes, außerhalb meines Geistes vorfinde. Ich finde sie vor mir, nicht in mir. Deshalb verwarf ich "empfinden" als Universalverb und wählte hierfür das Wort "erleben". - Zurück zum Text


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