Die Schreibweise von Philosophen, philosophischen Begriffen, philosophischen Strömun-gen etc. sind in der Literatur unterschiedlich.
Einfachheit: Das einfache Leben verschmäht Gewinn, Künstelei, Selbstsucht, aber auch Klugheit. "Der vollkommene Mensch wünscht nichts zu wünschen. Schaffen wir höchste Leere, bewahren wir feste Stille." Der Erleuchtete kehrt zurück zur Einfalt des Kindes. Wenn das Volk schwer zu lenken ist, dann liegt es daran, daß es zuviel Wissen hat. Wer das Land durch Wissen lenkt, ist des Landes Räuber. Wer nichts nachläuft, dem fallen gerade dadurch die Dinge zu usw. (Zitate aus Störig, S. 96ff) [Mir geht das zu weit! Es fängt an tatsächlich einfältig und lebensfeindlich zu werden. Genau den gleichen Quatsch kann man in der Bergpredigt lesen. "Sorget Euch nicht darum, was ihr essen werdet und womit ihr Euch kleiden werdet, wenn Ihr nur an meinen Vater glaubt, wird Euch das alles zufallen ..." Mit einer solchen Einstellung wären die Menschen durch keinen Winter gekommen.]
Zhuang Zhou (oder Zhuang Tse, Zhuangzi - man findet viele weitere Schreibweisen), ca 365 - 290 v. u. Z.) war der zweite wichtige Taoist. Er wies auf die Relativität von Erfahrungen und Wertmaßstäben hin und versuchte den Menschen falsche Gewißheiten bewußt zu machen. Seine philosophischen Auffassungen gab er vielfach in Parabeln wieder. Sein wohl bekanntester Text ist der "Schmetterlingstraum". Zhuang Zhou träumte, er sei ein Schmetterling, der fröhlich umherflatterte und nichts wußte von Zhuang Zhou. Nach dem Erwachen fragte sich Zhuang Zhou: Bin ich nun Zhuang Zhou, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt, er sei Zhuang Zhou? [1]
Eine Parabel, die solche "Spinnereien" wie dem Schmetterlingstraum humoris-tisch zu widerlegen glaubt, stammt von dem deutschen Dramatiker Bertolt Brecht (1898 - 1956) und spielt ebenfalls im alten China: "Im Kloster Mi Sang am Ufer des Gelben Flusses trafen sich Philosophen, um über die Frage zu diskutieren, ob der Gelbe Fluß wirklich existiert oder nur in den Köpfen der Menschen. Während der Diskussionen kam es zu einer Schneeschmelze im Gebirge, der Gelbe Fluß trat über seine Ufer und schwemmte das Kloster Mi Sang mit allen Philosophen davon. Deshalb konnte die Frage, ob der Gelbe Fluß wirklich existiert oder nur in den Köpfen der Menschen, bisher nicht geklärt werden." (Dies ist nicht der Originaltext von Brecht, sondern meine sinnge-mäße Nacherzählung.) Die
schlagen sich beim Lesen dieser Parabel lachend auf die Schenkel. "Was für Spinner diese
bloß sind." Aber ein Beweis für die Richtigkeit des Materialismus ist diese Parabel nicht. Sie zeigt bestenfalls auf, daß es im praktischen Leben nicht sinnvoll ist, die
zu bezweifeln. Das machen die
in der Regel auch gar nicht. Die Frage ist, ob man aus Einstellungen, die man im praktischen Leben als sinnvoll erachtet,
ableiten kann.
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