Was "das Gute und das Böse" ist und welche Verhaltensweise des Menschen sich daraus ergeben sollten, ist eines der meistdiskutierten Themen der Philosophie. [1] Es ist darüber hinaus auch ein praktisches Problem, mit dem alle Menschen, unabhängig davon, ob sie sich mit Philosophie beschäftigen, betrifft. Es gibt deshalb eine riesige Menge von Literatur zu diesem Thema. Es wurden die unterschiedlichsten
Ethiken entwickelt, die verschieden hergeleitet und begründet wurden bzw. werden.
Meine Ethik
In Meiner Philosophie habe ich im 5. Kapitel die Fragwürdigkeit ethischer Normen dargestellt, bin zum methodischen Nihilisten geworden, und im 9. Kapitel versucht den Nihilismus zu überwinden und eine Ethik zu begründen, die Ähnlichkeiten zu der Ethik Erich Fromms hat. Die Menschen haben nach meiner Überzeugung primär die Bedürfnisse nach Liebe, Geselligkeit, Produktivität u. ä. und nur wenn sie auf grund von physischen Defekten, ihrer Sozialisation, ihrer Lebensumstände und/oder mangelnder Geschicklichkeit und Einsichtsfähigkeit daran gehindert sind, diese Bedürfnisse zu befrie-digen, dann entstehen im Menschen als sekundäre Bedürfnisse Haß, Ungeselligkeit, Destruktivität, Sadismus u. ä. als eine krankhafte Entartung des Menschen. Meine Ethik ist eine humanistische Ethik, eine Güterethik und eine Gefühlsethik. Verstand und Vernunft stehen nach meiner Überzeugung allen ethischen Werten neutral gegenüber. Es scheint allerdings - wenn auch nicht eine unmittelbare - Verbindung zu geben zwischen einer hohen Entwicklungsstufe von Ethik und einer hohen Entwicklungsstufen von
Ver-nunft.
Sehen Sie hierzu auch
"Meine Vorstellungen über Ideale".
. Dort wird allerdings nicht darüber diskutiert, sondern es werden verbindliche Aussagen gemacht und ein bestimm-tes Verhalten eingefordert. Was ich unter Gut und Böse verstehe, dazu habe ich mich näher geäußert in
zu Beginn des 15. Kapitels und in der Anmerkung 100.
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