Als Existenzphilosophen bzw. Existentialisten gelten diejenigen Philosophen, die die Fragen der menschlichen Existenz in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen stellen, nicht die Fragen nach dem Sein, der Welt, nach dem Allgemeinen, nicht einmal vorrangig nach dem allgemein menschlichen, sondern nach der Existenz und den Handlungsoptionen, eventuell Handlungsmaximen, Lebenseinstellung und Lebensführung des jeweiligen einzelnen Individuums. Es handelt sich auch darum um eine Subjektphilosophie. [Nichts desto Trotz haben sich einige der hier aufgeführten Philosophen, z. B. Heidegger und Sartre, sehr intensiv mit dem Sein beschäftig.]
Trotz der Unterschiede, die in den Beiträgen zu den einzelnen Existenzphilosophen zur Sprachen kommen, gibt es bestimmte Gemeinsamkeiten: Existenz bedeutet hier das persönliche, individuelle, einmalige, subjektive Sein eines Menschen. Existenz bedeutet hier also etwas anderes als in der Umgangssprache oder in der Naturwissenschaft. Existenz ist hier ein letztes nicht hintergehbares Sein, welches durch Faktizität, Endlichkeit, Geschichtlichkeit/Zeitlichkeit, Freiheit und Möglichkeit bestimmt ist, sich verlieren oder finden, sich entwerfen und wählen kann, bzw. muß. Diese Existenz ist rational weder erfaßbar noch erklärbar. Durch Gefühle wie Angst, Ekel, Langeweile oder Grenzsituationen erfährt man, was sie ist. Der Mensch ist kein unveränderliches statisches Wesen, Existenz ist etwas dynamisches, ist Aufgabe und Vollzug.