Notwendigkeit

Notwendigkeit bedeutet, daß etwas das war, ist oder sein wird, überhaupt nicht anders sein kann, als es war, ist oder sein wird.

Logische Notwendigkeit bedeutet, daß eine Aussage logisch notwendig ist, keine andere Aussage möglich ist. Siehe als Beispiel den Syllogismus im  Aristoteles-Artikel. Nach der 1. und 2. Prämisse ist die Konklusion logisch zwingend, also notwendig.

Weitverbreitet in der Philosophie ist die Vorstellung, daß dem Sein drei Modalitäten zu-kommen: Möglichkeit, Wirklichkeit und Notwendigkeit. Ob es eine tatsächliche, objektive Möglichkeit gibt, ist aber umstritten.

Es gibt Philosophen, die behaupten, das alles, was war, ist und sein wird, überhaupt nicht anders sein kann, als es war, ist oder sein wird. Möglichkeit, Zufall, Willensfreiheit u. ä. gebe es als absolute Entitäten gar nicht. Nur aus subjektiver Perspektive gebe es solche Dinge, da der Mensch nicht in der Lage sei, alle im Sein vorhandenen Kausal-ketten zu überblicken und in die Zukunft weiterzudenken und somit die Notwendigkeiten überall zu erkennen.

[Nach meiner Überzeugung ist eine solche deterministische Weltsicht das Ergebnis eines unkritischen Schließens vom Denken auf das Sein. Ein Vorgehen, das ich in Übereinstimmung mit Hume und Kant für unzulässig halte. Wir denken so, daß jede Wirkung eine Ursache hat, die wiederum Wirkung einer anderen Ursache ist etc. pp. Aber das wir so denken, bedeutet nicht unbedingt, daß das von uns Menschen unabhän-gig existierende Sein, auch so funktioniert, wie wir denken.]

So wie es Menschen gibt, die alles für notwendig halten, so gibt es auch solche, die aus einer Kritik am Rationalismus zu dem Ergebnis kommen, daß es nur Wirklichkeit oder Tatsächlichkeit gibt, aber keine absolute Notwendigkeit.

Im dialektischen Denken bei Hegel und den Marxisten gibt es das Gegensatzpaar Notwendigkeit und Zufall. Ob etwas notwendig oder zufällig sei, sei immer eine Frage des Bezugsrahmens. Freiheit sei Einsicht in die Notwendigkeit. [Da Hegel und Marx letztend-lich Deterministen waren, wurde bei ihnen die Notwendigkeit faktisch verabsolutiert. Ich habe für das dialektische Denken durchaus eine gewisse Sympathie. Wenn es aber verabsolutiert wird, wenn man glaubt, mit diesem Denken das Sein und seine Funktions-weisen mit Sicherheit richtig erfassen zu können, dann überschreitet man nach meiner Auffassung eine Grenze, hinter der wir kein sicheres Wissen mehr haben können. Ich halte echten Zufall und Willensfreiheit für möglich.]


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