Kein Ich: So wie es keine körperliche Substanz gebe, die den äußeren Impressionen zu Grunde liege, so gebe es auch keine geistige Substanz, die den inneren Impressionen des Erkennens, Fühlens und Wollens zu Grunde liege. Es gebe keine Seele, kein unveränderliches Ich. (
Buddhismus, der frühe
Husserl. Der späte Husserl führt mit seinem "reinen Ich" eine solche geistige Substanz ein.) Während bei Berkeley, nachdem die materielle Welt sich in Bewußtseinsinhalte aufgelöst hatte, zumindestens noch das individuelle Bewußtsein und damit das Ich blieb, bleibt bei Hume nur noch ein Ablauf von Phänomenen im Bewußtsein, das aber gegenüber diesen Phänomenen keine selbstän-dige Existenz hat. [Wenn man alle Impressionen streichen würde, dann bliebe kein Ich mehr übrig.]
In der Frage der Ethik, Sittlichkeit und Religion schließt sich Hume im wesentlichen Cooper an. Quelle des Sittlichen sei ein besonderer moralischer Sinn im Menschen. Im Gegensatz zu Shaftesbury verlegt er aber den Sitz des moralischen Urteils in den Mitmenschen. So wie man ohne andere nicht wüßte, ob man schön ist, so könne man ohne andere auch nicht wissen, ob man gut handle. [Dies kommt der Wahrheit wohl etwas näher, weil zwischenmenschliches, gesellschaftliches einbezogen wird.]