[Ich unterscheide zwischen primärem und sekundärem Egoismus: "Der primäre Egois-mus resultiert daraus, daß jeder Menschen in der Welt seiner Erlebnisse gefangen ist. Jeder Mensch folgt in seinem Handeln seinem Willen, versucht seine Bedürfnisse zu realisieren und tut aus dieser Sicht alles für sich, nie für andere, auch wenn sein Handeln anderen nützt. Jeder Mensch tut grundsätzlich, erstens was er tun will, zweitens was er tun kann und drittens wofür er die Konsequenzen zu tragen bereit ist. (Die Konsequenzen werden allerdings häufig nicht vorausgesehen bzw. falsch eingeschätzt.) Dieser primäre Egoismus wäre nur überwindbar durch die Überwindung des Egos, durch die Auflösung der Einzelexistenz. [...] Der sekundäre Egoismus ist das, was man in der Umgangsspra-che unter Egoismus versteht, also ein Handeln, das einem selbst oder nur einem selbst nützt. Wenn ich das Wort Egoismus ohne Zusatz verwende, dann meine ich damit immer diesen sekundären Egoismus." (Auszug aus "Meiner Philosophie".)]
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Anmerkungen
Anm. 1:
Anders ließe sich z. B. gar nicht erklären, warum in den beiden Weltkriegen zig Millionen Menschen an die Fronten marschiert sind - ohne auch nur den Versuch zu machen, sich dem zu entziehen - und dort für ihre jeweiligen Vaterländer gestorben sind. So schlimm das ist, es ist ein Zeichen, daß die Dominanz des Egoismus nicht unab-wendbar ist. Die Frage ist: Wenn man den
wegen seiner schrecklichen Begleiterscheinungen ablehnt, was für überindividuelle Werte sollen an seine Stelle treten?
wollte die Menschheit als Ganzes zum Gegenstand der Verehrung machen. Das hat sich bisher aber nicht durchgesetzt. In der gegenwärtigen Phase der Entwicklung unserer
ist eines der Hauptprobleme das Schwinden überindi-vidueller Werte und ihr Ersatz durch Egoismus. Hier liegt der Hauptgrund für den Abbau des Sozialstaates. Nicht in Staatsverschuldung, veränderter Altersstruktur etc. Das ist alles nicht
. Bestenfalls
ursachen, meistens sind es einfach nur Vorwände.
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