Scheler bekämpfte den ethischen Relativismus und ethischen Subjektivismus, aber auch den Formalismus Kants, der in einer bloßen Form einer allgemeinen Gesetzgebung das Prinzip der Ethik sehe. [Bei
Kant gibt es auch überindividuelle ethische Normen, die angeblich jeder in sich entdecken könne. Diese intersubjektiven Werte sind allerdings nicht notwendigerweise objektiv.] Nach Scheler ist die apriorische, intuitive Werterfassen durch die
Person möglich: das emotionale Wertgefühl [Und dann schloss er von sich auf alle. Die Werte, die er emotional in sich vorfand, erklärte er zu objektiven, unabhängig von Menschen, Verstand etc. Entitäten.]
Geist und Natur seien völlig verschieden und von einander unabhängig. Jede Art Monismus, wie z. B. Schellings Identitätsphilosophie, sei ein fauler Kompromiss. Der Mensch stamme nicht nur vom Tier ab, er sei ein Tier! Auf der anderen Seite sei der Mensch aber "das Wesen, das betet", ein Gottsucher. [Damit hat Scheler das Problem, das alle
Dualisten, z. B.
Descartes, haben. Wie können Geist und Natur aufein-ander wirken, wenn sie völlig verschieden sind?]